Brief an die Wissenschaftsministerien: Erhalt des KuCa

Das KulturCafe an der Pädagogischen Hochschule

 Freiburg, den 3.1.2013

 Betreff: Erhalt des Kulturcafés an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg

Sehr geehrte Frau Wissenschaftsministerin Bauer,

sehr geehrte Damen und Herren,

derzeit betreibt die Stadtverwaltung das Verfahren für die planerische Neuordnung des Geländes rund um den Bahnhof in Freiburg-Littenweiler. Darin einbezogen sind auch Gelände und Gebäude, die von der Pädagogischen Hochschule Freiburg genutzt werden. In einem der Gebäude sind das studentische Kulturcafé, sowie Räumlichkeiten der Selbstverwaltungsorgane der Studierenden untergebracht.

Aus städtebaulicher Perspektive ist eine solche Neuordnung des Areals durchaus sinnvoll. Zumal auch die bestehende Bausubstanz der betroffenen Gebäude sanierungsbedürftig ist. Aufgrund des baulichen Zustands ist sicher davon auszugehen, dass die Gebäude abgerissen werden und dann durch eine höhere und dichtere Bebauung ersetzt werden.

Aufgabe der Hochschule, aber auch ihres Trägers, des Landes Baden-Württemberg ist es, für diese Einrichtung zeitnah adäquate Ersatzunterbringung bereitzustellen.

Das KuCa ist ein wichtiger Ort für die sozialen, politischen, gesellschaftlichen und Bildungsaktivitäten der Studierenden, auf der Website des usta der PH Freiburg (http://www.usta-ph.de/)  heißt es dazu: „Das KuCa stellt freien Raum für das Leben und Lernen, für das Sich-bilden und das anderer zur Verfügung. Hauptsächlich sind dort Studierende, alle andere Menschen sind jedoch auch immer gerne gesehen. Seit den 1980er-Jahren sind im KuCa-Pavillon neben dem Café und den Lern- und Lebensräumen auch Studi-, Sozial- und BaföG-Beratung.“

Neben Hörsälen, Seminarräumen, Büros für Dozierende und einer Mensa braucht eine Hochschule auch einen Ort für studentisches Engagement und Leben, gerade auch eine Hochschule, die sich am Rande der Stadt befindet und von derem Campus wenig kernstädtische soziale Einrichtungen zugänglich sind. Bei diesem Engagement werden für den Lehrerberuf wichtige Kompetenzen (Sozial-, Organisation-, interkulturelle Kompetenzen) erworben.

Darüber hinaus treffen sich im KuCa auch viele soziale Gruppen, wie Studierende und Bürger aus dem Stadtteil, die sich ehrenamtlich um die Betreuung von Flüchtlingen in der Flüchtlingsunterkunft in Littenweiler kümmern.

Auch als Alumnus liegt mir der Erhalt dieser Einrichtung, auch um Sorge um den sozialen Frieden in Littenweiler und ganz Freiburg, sehr am Herzen.

Ich bitte sie daher zusammen mit dem Rektorat, dafür Sorge zu tragen, der Studierendenvertretung und allen beteiligten Stakeholdern zeitnah angemessene Ausweichräumlichkeiten, etwa im Eingangsbereich des Mensagebäudes zu schaffen.

Mich interessiert, ob die durch den Abbau der Pavillons an der Höllentalstraße entstehende Flächenreduzierung bei der Pädagogischen Hochschule Freiburg dann in einem oder mehreren Neubauten aufgefangen werden? Schon heute ist die Raumsituation an der PH angespannt.

Werden Sie sich auch dafür einsetzen, dass im Landeshaushalt ausreichende Mittel für den Bauunterhalt, etwa zwischen 1% – 2% der Investitionssumme nach Empfehlung der Kommunalen Gemeinschaftsstelle, der Hochschulen, eingestellt werden?

Bitte informieren Sie mich darüber, wie Ihr Haus in dieser Angelegenheit weiter zu verfahren plant, insbesondere ob Sie sich für den Erhalt dieser Einrichtung einsetzen werden.

Mit freundlichen Grüßen und dem Wunsch nach einem guten neuen Jahr.

Ihr Sebastian Müller

Stadtrat Junges Freiburg

Eine Mehrfertigung dieses Schreibens an

  • den Asta der Pädagogischen Hochschule, per E-Mail
  • den Rektor der Pädagogischen Hochschule, per E-Mail
  • den Freiburger Landtagsabgeordneten, per E-Mail
  • Baubürgermeister Dr. Haag, per E-Mail
  • Vorsitzende des Hochschulrats, Frau Anne Deutrich,
  • Vereinigung der Freunde der Pädagogischen Hochschule Freiburg e.V., Kunzenweg 21, 79117 Freiburg

Weitere Infos zu dem Thema: