Fragen bezüglich des offenen Briefs der AG Offene Kinder- und Jugendarbeit vom 30.1.2013

skater

Freiburg, den 5.2.2012

Betreff: Anfrage nach § 24 Abs. 4 GemO außerhalb von Sitzungen
hier: Fragen bezüglich des offenen Briefs der AG Offene Kinder- und Jugendarbeit vom 30.1.2013

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Salomon,
sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Stuchlik



Mit großem Entsetzen habe ich den Brief der Arbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit in Freiburg vom 30.1.2013 zur Kenntnis genommen. Die Arbeitsgemeinschaft bringt dabei ein Problem zur Sprache, welches auch Junges Freiburg seit vielen Jahren thematisiert:

Zwar ist die zunehmende Nachverdichtung in vielen Stadtteilen und Quartieren aus ökologischen und stadtplanerischen Gesichtspunkten sinnvoll, jedoch leben durch die zunehmende Bebauung von Frei- und Brachflächen immer mehr Menschen auf immer engeren Raum in unserer Stadt. Häufig befinden sich auf diesen Flächen Aufenthaltsräume für Kinder und Jugendliche, dabei muss es sich nicht immer um eingerichtet Spielfläche oder Bolzplätze handeln. Es geht eben auch um die Flächen, auf denen man einfach laut sein kann und Rückzugsmöglichkeiten und Treffpunkte für Gruppen und Cliquen hat.


Durch das stetige Verschwinden von Freiflächen gehen diese Freiräume für alle Freiburger verloren. Besonders dramatisch ist dies jedoch für die Kinder und Jugendlichen.



Eine zunehmende Jugendentwöhnung unserer Gesellschaft (viele Erwachsene haben in ihrem Umfeld gar keinen Kontakt mehr mit Jugendlichen oder Kindern, weder als Eltern noch in einer anderen Funktion) führte in den letzten Jahren verstärkt zu Konflikten z.B. über den Augustiner Platz , bei den Dreisamwiesen, dem Bau eines Skateplatzes, der Sternwaldwiese, dem Platz vor dem KIOSK im Rieselfeld, dem Vorplatz des ZO, aber auch in den Berichten von Kinder- und Jugendlichen im persönlichen Gespräch, die tagtägliche Vertreibungen beschreiben. 



Deshalb frage ich Sie:

  1. Wie steht die Verwaltung zu dem Vorschlag der Einführung einer verbindlichen Kinder- und Jugend-Verträglichkeitsprüfung bereits im Planungs- und Genehmigungsverfahren von Nachverdichtungsmaßnahmen?
  2. Wie plant die Verwaltung Kinder und Jugendliche bei den Stadtteil Entwicklungsplänen zu beteiligen?
  3. Werden die Fachkräfte aus der Kinder und Jugendarbeit bei der Stadtteilentwicklungsplanung einbezogen?
  4. Werden die Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit bei der Erstellung von Kriterien für diese Kinder- und Jugend-Verträglichkeitsprüfung eingebunden?
  5. Wird die Verwaltung bei künftigen Bebauungsplänen berücksichtigen das Spielplätze nicht auf Dächern, sondern zugänglich für alle in dem Gebiet wohnenden jungen Menschen eingerichtet werden?
  6. Welche Ersatzflächen sind für den Wegfall, des im Schreiben aus dem Stadtteil Weingarten, genannten Bolzplatzes geplant?
  7. Im Schreiben heißt ist es, dass östlich des Hochhauses Binzengrün 34 die Grünfläche bzw. Spielfläche bebaut werden soll. An welchem Ort ist vorgesehen die wegfallende Spielfläche neu zu errichten?
  8. Plant die Verwaltung nach wie vor den Bolzplatzes im Quartier Breisacher Hof zu bebauen?
  9. Wurde dazu die Meinung der Fachkräfte des Jugendzentrums angehört?
  10. Wäre es möglich die Freifläche des Westbades zu öffnen und somit dem Seepark als Zusatzfläche zur Verfügung zu stellen, gerade auch vor dem Hintergrund der dort geplanten Bebauung des Eisstadtiongeländes?
  11. Derzeit gibt es in Freiburg keine aktuellen Daten über das Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen. Wäre die Verwaltung bereit dazu im Rahmen einer Studie oder einer Umfrage solche Daten zu erheben? 


 

Ich bitte Sie die Antworten auf dieses Schreiben aufgrund seiner Bedeutung auch an die nichtgemeinderätlichen Mitglieder des KJHA weiterzuleiten.


 

Mit freundlichen Grüßen



Ihr Sebastian Müller


Stadtrat Junges Freiburg

Anlagen: Schreiben der AG OKJA vom 30.1.2014: Scan-130205-0133