Wohnmöglichkeiten für Studierende

Freiburg, den 20.9.2013

 Betreff: Anfrage nach § 24 Abs. 4 GemO außerhalb von Sitzungen
hier:
Drucksache G-13/110, Kommunales Handlungsprogramm Wohnen: Wohnmöglichkeiten für Studierende

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Salomon,sehr geehrter Herr Baubürgermeister Prof. Dr. Haag,sehr geehrte Damen und Herren,

in Freiburg studieren über 20.000 Menschen, sie alle sind mehr oder weniger auf dem Wohnungsmarkt aktiv und von dessen Anspannung betroffen.

Für viele Vermieter ist es attraktiv, anstelle von Familien an Wohngemeinschaften zu vermieten, da dort oft größere Einnahmen erzielt werden können. Dennoch ist die Situation angespannt und es kommt zu Beginn des Semesters immer zu langen Suchen mit sogenannten WG Castings. Studierende müssen teils in Notunterkünften schlafen, bis Wohnraum verfügbar ist.

Hohe Preise für Wohnen belasten gleichzeitig die oft angespannten Budgets von Studierenden.

Wir glauben, dass eine Betrachtung der besonderen Wohnungsbedürfnisse von Studierenden auch geeignet wäre, um eine allgemeine Entlastung des Wohnungsmarkts für Familien und Geringverdiener zu bewirken.

Die West Arkaden in Freiburg

Bezahlbarer Wohnraum ist auch eines der Kriterien für die Auswahl von Studienorten für viele Studierende. Freiburg muss hier Anstrengungen unternehmen, nicht nur als Studienort, sondern auch als Wirtschaftsstandort. Die Zukunft und Innovationsfähigkeit der Studierenden bilden den Talentpool, aus dem sich unsere Firmen bedienen.

Wichtig wäre die Bereitstellung günstiger und Campus naher Studentenheime. Leider ging mit „St. Luitgart“ sehr günstiger Wohnraum zugunsten von genossenschaftlichem, aber hochpreisigem Wohnraum verloren.

Wir wissen, dass die Kosten für die Entstehung eines neuen Wohnheimplatzes bei etwa 42.000 – 45.000 EUR liegen, also in etwa beim Preis einer neuen 1-Zimmer Eigentumswohnung. Dies ist für uns unverständlich. Wir bitten Sie deshalb mit dem Studentenwerk und anderen interessierten Trägern Kontakt aufzunehmen und geeignete Schritte zur Absenkung dieser Kosten zu diskutieren.

Weiterhin fragen wir sie:

  1. Welche Maßnahmen unternimmt die Stadt Freiburg, auch im Rahmen des Handlungsprogramms Wohnen, um günstigen Wohnraum für Studierende zur Verfügung zu stellen?
  2. Wäre es möglich bei der Umgestaltung des Geländes rund um die Pädagogische Hochschule, auch durch den Abriss der Baracken, Wohnungen für Studienende auch in hoher Dichte zu bauen? Selbstverständlich nur, wenn eine angemessene Unterbringung des Kulturcafes gesichert ist.
  3. Kann die Stadtbau zusammen mit dem Studentenwerk eine Tochtergesellschaft oder Ähnliches gründen, in der ein gemeinsamer Bau von Wohnraum möglich ist?
  4. Kann man zusammen mit den Wohnungsbaugenossenschaften Modelle prüfen, in der eine studentische Wohnungsbaugenossenschaft möglich ist?
  5. Welche Flächen stehen für den Neubau von Studentenheimen und ähnlicher Einrichtungen in Freiburg zur Verfügung? Können diese im Erbpacht günstig oder verbilligt abgegeben werden?
  6. Wäre es durch die Stadtbau Möglich Gebäude zu entwickeln die je nach Bedarf als Studentwohnheim, Seniorenwohneinrichtung, Flüchtlingsheim genutzt werden können?
  7. Kann die Bereitstellung entsprechenden Wohnraums im Rahmen städtebaulicher Verträge verpflichtend geregelt werden?
  8. Ist es möglich bei zukünftigen Baugebieten auch eine Baupflicht in die Bebauungspläne einzufügen, so dass die Grundstücksbesitzer zu einem zügigen Bauen verpflichtend werden und nicht Land dem Markt entziehen?

Für die Beantwortung dieser Fragen, noch vor der Hauptausschusssitzung am 7.10.2013 wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Sebastian Müller

Stadtrat Junges Freiburg

Eine Mehrfertigung dieses Schreibens an

  • Rektor der Albert-Ludwigs-Universität
  • Rektor der Pädagogischen Hochschule
  • Rektor der EH
  • Rektor der KFH
  • Rektor der Musikhochschule
  • Studierendenvertretungen
  • Studentenwerk