2014 – Jahr der Kinderrechte

Freiburg, den 6.12.2013

Betreff: 2014 – Jahr der Kinderrechte

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Salomon,
sehr geehrter Frau Kinder- und Jugendbürgermeisterin Stuchlik,

Zum 25. Jahrestag der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention durch die UN-Generalversammlung, veranstaltet das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg gemeinsam mit allen kinder- und jugendpolitischen Akteuren im Land im Jahr 2014 ein Jahr der Kinder- und Jugendrechte.

Ein Schwerpunkt soll auf dem Beteiligungsrecht von Kindern und Jugendlichen nach Art. 12 der UN-Kinderrechtskonvention liegen: Danach haben Kinder und Jugendliche das Recht, in allen sie betreffenden Angelegenheiten alters- und entwicklungsgemäß beteiligt zu werden.

Aber auch alle übrigen Kinderrechte, die in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben sind, sind Gegenstand des Jahrs der Kinder-und Jugendrechte 2014.

Die Landesregierung hat alle aufgefordert sich an diesem Jahr zu beteiligen: http://www.sm.baden-wuerttemberg.de/fm7/1442/Aufruf%20Beteiligung%20am%20JdKuJR.pdf und informiert darüber auf ihrer Website: http://www.sm.baden-wuerttemberg.de/de/Jahr_der_Kinder-_und_Jugendrechte_2014/307949.html

Viele Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg planen deshalb zu diesem Jahr besondere Aktionen um Kinder und Erwachsene auf Kinderrechte aufmerksam zu machen.

Deshalb bitten wir Sie, sich auch in Freiburg diesem Thema anzunehmen und schlagen folgende mögliche Aktionen vor:

  1. Befragung von Kindern und Jugendlichen zu ihren Wünschen und Herausforderungen in Freiburg, vor diesem Hintergrund möchten wir darauf aufmerksam machen, dass die letzte Freiburger Kinderstudie über 20 Jahre alt ist. Und das bei der regulären Bürgerumfrage Personen ab 18 Jahren gefragt werden.
  2. Beflaggung vor dem Rathaus, den Schulen, Kindertageseinrichtungen und Jugendzentren zu diesem Thema. Eine ähnliche Aktion plant die Stadt Stuttgart.
  3. Sonderseiten im Amtsblatt zum Thema Kinderrechte.
  4. Eine Veranstaltung zu diesem Thema, etwa in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Institut für Menschenrechtspädagogik (FIM).
  5. Verteilung von Kinderrechtsbroschüre an alle Haushalte mit Kindern in Freiburg. Wenn dieses nicht möglich wäre, schlagen wir vor an alle Personen die im Jahr 2014 14 Jahre alt werden, eine Neubürgerbroschüre zu verteilen. Eine ähnliche Broschüre wird bereits in Emmendingen an alle 14 Jährigen verteilt und informiert diese über deren Beteilgungsrechte.Als Willkommen an Jungbürger, die damit offiziell als wichtige Mitglieder in die Stadtgemeinschaft aufgenommen werden
  6. Aufarbeiten des Themas im Rahmen einer Vorlage für den KJHA insbesondere unter Berücksichtigung folgender Punkte:
    Neben dem Recht auf Beteiligung sind auch weitere Rechte in Freiburg durchaus in der Diskussion: etwa der Vorrang des Kindeswohls im Asylverfahren (Artikel 3 der UN-Kinderrechtskonvention) und gleicher Zugang zu Gesundheitsversorgung, sowie aber auch das Recht auf Spiel (Artikel 31 der UN-Kinderrechtskonvention), welches durch den zunehmenden Bildungsdruck, die Privatisierung von Grünflächen und das Verbannen von Spielflächen auf Dächer, wie in den Westarkade, gefährdet erscheint.
    So führt der Pädagoge Prof. Dr. Jörg Maywald im Interview mit der ZDF Sendung Logo aus: „Immer mehr Schülerinnen und Schüler klagen über einen zunehmend großen Druck, weil der formelle Schulbereich immer weiter ausgedehnt wird. Das beginnt schon in der Kita, wo das Spiel verzweckt wird und vor allem dazu dienen soll, etwas zu lernen. Allerdings ist auch von Seiten der UN klar: Kinder lernen beim Spielen, aber sie spielen nicht, um zu lernen. Spiel ist ja geradezu das Gegenteil von formellem Lernen. Das Recht auf Spielen droht bei uns gerade bedenklich zu kippen.“ (http://www.heute.de/Recht-auf-Spielen-droht-zu-kippen-30713974.html)

Wir wären Ihnen sehr zum Dank verbunden, wenn sie diese Punkte aufgreifen könnten und verbleiben mit

Mit freundlichen Grüßen zum heutigen Nikolaustag

Ihr Sebastian Müller
Stadtrat Junges Freiburger

Zur Information dieses Schreiben an:

  • Stadtjugendring
  • Schülerrat Freiburg
  • ArTik
  • AG OKJA
  • die Presse