Offner Brief Betreff: Vergabe der Schlossbergmedaille

Junges Freiburg im Gemeinderat

Herr Vorsitzender des
Vorstandes des Kuratorium Schlossberg e.V.
Marcel Thimm
Kaiser-Joseph-Str. 186-190
79098 Freiburg
per Fax: 0761 215-1999

Freiburg, den 11.5.2014

Offner Brief
Betreff: Vergabe der Schlossbergmedaille

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Thimm,

mit einer städtischen Drucksache wurden die Gemeinderäte davon in Kenntnis gesetzt, dass Sie eine Ehrenmedaille anlässlich der Erinnerung an 100 Jahren Beginn des Ersten Weltkriegs verleihen.

Sie möchten damit gesellschaftlich vorbildliches Verhalten ehren und wahrscheinlich zur Nachahmung verleiten. – insofern ist dies keine private Sache, sondern eine politische Angelegenheit. Was eine sehr noble Initiative ist, die ich völlig unterstütze. Leben wir doch in einer Zeit, in der wir Frankreich nicht mehr mit Abneigung sondern nur in gegenseitiger Gleichgültigkeit zugetan sind.

Bei der Auswahl der zu Ehrenden Personen wundert es mich, das Sie nur alte – Politiker – Männer gefunden haben, die sich für die Deutsch-Französische-Aussöhnung und Freundschaft eingesetzt haben.

Dieses gesamtgesellschaftliche Projekt von unten und oben, Staat und Bürgerschaft, war meines Wissens doch vielfältiger.

Gab es keine Frau, die sich ehrungswürdig für die Deutsch-Französische Freundschaft eingesetzt hat – in den letzen 50 Jahren? Und wo sind die jungen Menschen – die Jugendgruppenleiter im D-F-Jugendwerk? Das Ehepaar Bär Offenburg und Christiane Maugain aus Lons le Saunier, die die Städtepartnerschaft über einen Schüleraustausch Jahrzehnte mit Leben gefüllt haben? Die bilingualen Arbeitnehmer und Lehrer, die hier und dort Kultur und Sprache näher bringen?

Es wäre schön, wenn Sie bei der nächsten Verleihung für „Verdienste um die deutsch-französische Freundschaft“ nicht nur alte Politiker und Militärs finden, die sich würdig erwiesen haben, geehrt zu werden.

Ihr

Ihr Sebastian Müller
Stadtrat Junges Freiburg