Mangelhafte Information von Jugendlichen über Datenübermittlung an die Bundeswehr

Es wissen die wenigsten: Jedes Jahr werden Namen und Adressen eines gesamten Geburtsjahrgangs aus Freiburg an die Bundeswehr übermittelt.

In der Pressemitteilung der Stadt Freiburg vom 4. Oktober  heißt es, dies sei so vom Soldatengesetz so geregelt und geschehe jeweils im März. 2017 ist der Geburtsjahrgang 2000 betroffen. Die Datenübermittlung “geschieht nicht, wenn der oder die Betroffene gemäß Bundesmeldegesetz Widerspruch einlegt”, heißt es in der städtischen Pressemitteilung. Dazu muss das Formular  bis zum 24. Februar beim Amt für Bürgerservice abgegeben werden.

Die Stadt Freiburg ist einerseits dazu verpflichtet diese Daten zu übermitteln. Andererseits muss sie auch auf diese Datenübermittlung hinweisen. Dieser Hinweis wird jährlich im Amtsblatt veröffentlicht. Da nur wenige Freiburger, aber noch weniger Jugendliche, das Amtsblatt, geschweige denn die mehrseitigen Anmerkungen und Hinweise lesen, ist es nur sinnvoll, dass auch andere Wege zur Information der Jugendlichen gesucht werden.

Schon letztes Jahr hat Lukas Mörchen, Stadtrat für Junges Freiburg in einem entsprechenden Brief an den Ersten Bürgermeister Otto Neideck, dieses Anliegen formuliert. Inzwischen gibt die Stadt auch eine Pressemitteilung heraus und hat das Widerspruchsformular online zur Verfügung gestellt.

“Eine jugendgerechte Veröffentlichung des Hinweises sehe ich jedoch nicht erfüllt.”, meint Lukas Mörchen.

In Freiburg gibt es geeignetere Publikationswege wie Magazine für Schülerinnen und Schüler beziehungsweise Jugendliche und Online-Plattformen von freien Trägern, mit denen die Stadt nur kommunizieren müsste, um eine dem Alter entsprechende Information zu erreichen. In Zusammenhang mit diesem Thema kann man die Jugendlichen für das Thema Datenschutz sensibilisieren.

Weiterführende Links

Die Ergebnisse der Sofatour 2016

Was braucht ein neuer Stadtteil? Badesee (75), Schwimmbad (60), Fußballplatz (35), W-LAN (30), ...

Videos von unserer Sofatour findet ihr auf unserer Facebook-Seite.

Junges Freiburg schließt Sofatour mit Jugendlichen ab. Jugendliche brauchen Platz zum Freunde treffen, Parkour, “Treffpunkte für die LGBT” und Schwimmen. Zahlreiche Ideen für einen neuen Stadtteil wie Rollschuhdisco, Späti, Proberäume und W-LAN.

Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse schließt die Wählervereinigung Junges Freiburg e.V. die Sofatour zur Kampagne “Jugend braucht Platz” ab. An insgesamt sieben Terminen im Sommer 2016 hatte die Wählervereinigung Jugendliche an Schulen, öffentlichen Plätzen und beim Aktionstag “Jugend im Rathaus” zum Thema “Jugend braucht Platz” befragt. Ziel der Sofatour war es, klare Aussagen zum Platzbedarf und Ideen für Platznutzung, sowie für den neuen Stadtteil direkt und ungefiltert von den Schülerinnen und Schülern, Studierenden, Jugendlichen und jungen FreiburgerInnen zu erhalten, und diese somit in die Kampagne “Jugend braucht Platz” einzubinden.

“Die Sofatour war ein voller Erfolg. Dank über tausend Bewertungen und Antworten der jungen Leute haben wir viel Neues erfahren. Außerdem hatten wir viele interessante Gespräche vor Ort.”, so Lukas Mörchen, Stadtrat für Junges Freiburg.

Am aussagekräftigsten sind die Ideen und Forderungen die einen neuen Stadtteil betreffen: Jugendliche fordern in einem neuen Stadtteil allem voran die Möglichkeit zum Schwimmen (Badesee, Schwimmbad). Weitere häufig genannte Antworten sind ein Fußballplatz, W-LAN, die Nähe zur Natur, eine Bücherei und eine Unterkunft für Obdachlose.

Insgesamt wird der Bedarf an Platz als sehr dringend eingestuft. Die Befragten gaben an, unter der Woche tendenziell nachmittags bzw. abends Platz zu benötigen. Am Wochenende mittags und nachmittags.

Die Frage “Wofür brauchst du Platz?” wurde am häufigsten mit “Freunde treffen”, “Grillen” und “Entspannen” beantwortet. Außerdem stehen Paintball, Lasertag, Lesen, Schwimmen und Zocken ganz oben auf der Liste.

“Einige der Forderungen,” so Bassim Junis, 2. Vorsitzender von Junges Freiburg, “stimmen mit länger bekannten Konflikten überein. Dazu zählen beispielsweise das Grillverbot an der Sternwaldwiese oder die Anwohnerbeschwerden am Augustinerplatz.”

“Die Jugendlichen haben sich auch Skateplätze gewünscht. Auch in den kommenden Doppelhaushaltsberatungen werden wir die Forderung nach dem 2. und 3. Bauabschnitt des Skateparks im Dietenbach wieder stellen.” so Sergio Schmidt, Stadtrat für Junges Freiburg.

“Die Ergebnisse erfreuen mich. Neben bekannten Forderungen wie Paintball und Lasertag, die auch bei der 16 plus Kampagne des Jugendbüros zur letzten Kommunalwahl vertreten waren, sind nun auch Forderungen nach Plätzen zum Lesen, Schwimmen oder nach Unterkünften für Obdachlose vertreten.” so Lisa San Martin Hörig, 1. Vorsitzende von Junges Freiburg.

Aus der Ergebnissen der Befragungen wird Junges Freiburg auf der kommenden Klausurtagung im November konkrete Forderungen formulieren, diese den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten zukommen lassen und sich für deren Umsetzung stark machen.

Neben Bekanntem und neuem Freiraumbedarf gab es auch ein paar kuriose Antworten:

“Eine Rollschuhdisco und Mittelmeeranbindung als Ideen für den neuen Stadtteil haben mich zum Schmunzeln gebracht. Auch ein Späti, Platz zum Knutschen und öffentliche ‘Schlafplätze ab 24 Uhr für U18’ waren sehr unerwartete Antworten”, so Benjamin Wasmer, Mitglied bei Junges Freiburg.

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