Sergios Redebeitrag beim Global Marijuana March 2017 in Freiburg

Das Video der Rede kommt bald auch noch!

Hi Leute!

Heute ist eine ganz besondere Demo. Was diese Demo so besonders macht, ist dass wir dafür auf die Straße gehen, Gesicht zeigen und Position beziehen etwas Illegales zu Legalisieren. Wir outen uns als Kriminelle und setzen uns einer Stigmatisierung aus. Aber ich kann euch Danken und versichern: Ihr alle tut das richtige! Und Ich bin stolz, dass ihr den Mut habt es zu tun.

Ich frage mich: Wer hat das Recht über meinen Körper zu entscheiden? Ja – Drogen können Gefährliche Auswirkungen auf den Körper und auf den Geist haben. Aber sind diese Auswirkungen schädlicher als bei vielen Legalen Konsumgegenständen? Sind Fettleibigkeit, Alkoholismus, und Zigarettenrauch nicht genauso schlimm?

Keine Sorge ich will hier niemandem etwas verbieten, aber was soll diese Doppelmoral? Laut „Kenn-dein-Limit“ gibt es 74 000 Todesfälle durch riskanten Alkoholkonsum im Jahr, und das ohne Autounfälle durch Alkohol mit einzubeziehen. wartet. Ich schaue mal kurz wie viele Tote es durch eine Cannabisvergiftung jedes Jahr gibt.

Oh es gibt keinen! Vielleicht liegt das daran, dass es Wissenschaftlich unmöglich ist soviel THC aufzunehmen, das dieses Giftig wirkt. Leute ihr sterbt eher an Hyperventilation, sprich zu viel Sauerstoff, als an Cannabis. Verdammt, dann verbietet doch das Atmen!

Die Gefahr der Abhängigkeit von Cannabis ist auch nicht höher als bei Alkohol und schon gar nicht gefährlicher, nur ist sie in der Gesellschaft weniger  akzeptiert. Wenn ich nach der Gemeinderatssitzung im Rathausinnenhof erst mal eine Tüte Rauchen würde, wäre die Hölle los. Aber es ist völlig normal , dass  Gemeinderäte und Bürgermeister zu Anlässen wie Geburtstagen Hochzeiten etc. nach der Sitzung zu einem Umtrunk einladen. Ich habe schon erlebt wie auf Delegationsreisen mitten am Tag Whisky pur getrunken wurde und Gemeinderäte sich darüber beschwert haben das es beim Frühstück im Hotel keinen Sekt gibt.

Warum wird eine Droge die so viel schädlicher und gefährlicher ist, von nahezu der ganzen Nation in regelmäßigen Abständen und zu allen großen Anlässen wie Silvester Weihnachten und Geburtstagen exzessiv zelebriert, mit Trinkspielen, Wettsaufen, Shotrunden. Aber Cannabiskonsumenten müssen sich weiter in den Schatten bewegen um rechtlichen und sozialen Konsequenzen aus dem Weg zu gehen. Und das alles „weil es immer so war“ oder „weil es halt Tradition ist“. Aha. Weil sich vor ein paar Hundert Jahren Mönche entschieden haben Bier zu brauen statt Weed zu growen müssen wir uns jetzt vorschreiben lassen mit was wir unseren Körper vergiften dürfen und mit was nicht?

Die Prohibitionsstrategie hat nicht den Effekt das weniger Konsumiert wird. Scheinbar ist sogar das Gegenteil der Fall. In einem Artikel der TAZ heißt es, in Deutschland gibt es mehr Kiffer unter 24 als in der Niederlande, wo Cannabis legal ist. Ein Cannabis Verbot hat also nicht die gewünschte Wirkung. Aber ich kann euch sagen welche Wirkung es hat:

Cannabis kann nur auf dem Schwarzmarkt gekauft werden. Dadurch gehen uns Millionen von Steuereinnahmen durch die Lappen, wir können den Markt nicht kontrollieren und keinerlei Verbraucherschutz garantieren. Das heißt Gras kann voll sein mit Streckmitteln wie Haarspray, Blei, Schmutz oder sonstigem. Eine Legalisierung hätte also keine Auswirkung auf die Zahl der Konsumenten, würde Millionen Steuereinnahmen einbringen, Verbraucher schützen, Arbeitsplätze schaffen, einen neuen Wirtschaftszweig entstehen lassen, natürlich auch den Tourismus fördern und, wie Zahlen aus den amerikanischen Bundesstaaten zeigen welche Cannabis legalisiert haben, die Kriminalität grundsätzlich verringern. Denn in Verbindung mit dem Schwarzmarkt geschehen oft weitere Straftaten wie zum Beispiel Raub oder Gewalt. Außerdem finanzieren sich Kriminelle Organisation häufig maßgeblich durch Drogenhandel. Eine Legalisierung nimmt die Kriminalität aus der Droge.

Abschließend sage ich deshalb: Die Legalisierung ist auch in Deutschland nötig und überfällig. Lasst euch außerdem nicht unterkriegen.

Wir sind keine Kiffer, wir sind ganz normale Menschen

und wir kiffen.