Skaten auf dem Platz der alten Synagoge – Brief an den Oberbürgermeister

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

sehr geehrter Herr Erster Bürgermeister,

vor zwei Wochen hatte sich der Skateboarding Freiburg e.V. bei allen Fraktionen hinsichtlich Verbot, Platzverweis und Bußgeldandrohungen gegen Skaten auf dem Platz der Alten Synagoge gemeldet. Zuletzt berichtete die Badische Zeitung darüber und berief sich mehrmals auf Aussagen der Stadt.

Wir wundern uns doch sehr über das Verständnis des Platzes und den Umgang mit Skatern und BMXern. Zusätzlich scheint bisher keine klare Argumentationslinie erkennbar. Seitens der Stadt und auch seitens des kommunalen Vollzugsdienstes vor Ort werden unterschiedlichste Begründungen angeführt. Skaten sei zu laut, würde andere gefährden oder Platz beziehungsweise Sitzbänke beschädigen.

Dass in der Argumentation Lärm durch Skaten angeführt wird scheint uns absurd, da fast alle Straßenbahnlinien unmittelbar neben dem Platz verkehren, Musik gespielt wird und Kinder am Springbrunnen spielen.

Weiterhin ist der Platz ein lebendiger Platz und auch als ein solcher konzipiert worden. Dass nun einzelne Nutzer verdrängt oder ausgeschlossen werden sollen ist für uns weder nachvollziehbar noch akzeptabel. Es von vornherein klar, dass diese Fläche, ehemals grüne Wiese, nun von neuen und vielfältigen Nutzergruppen entdeckt wird. So kommen nicht nur deutlich mehr Besucher, die sich insbesondere im Sommer über den gesamten Platz verteilen, sondern auch Demonstrationen, Straßenmusiker, Silent Disco oder Sportler – unter anderem BMXer, Scooterfahrer und Skater. Sie alle machen diesen neuen Platz zu eben diesem lebendigen Platz.

Unseres Erachtens ist der Brunnen als Denk- und Mahnmal von der Lebendigkeit und vielfältigen Nutzung des Platzes ausgenommen. Mitglieder des Skateboarding Freiburg e.V. klärt deshalb Skater, beispielsweise aus dem Umland, darüber auf.

Weiterhin heißt es, dass Sitzbänke durch Skaten beschädigt würden. Die Nutzung dieser Hindernisse durch Skater war von Anfang an ersichtlich, weshalb bei der Materialauswahl oder ähnlichem darauf Rücksicht genommen werden konnte. Deshalb ist dies aus unserer Sicht kein Grund Skater auszuschließen.

Wir appellieren an Sie, dass der Platz für alle zugänglich und nutzbar bleibt.

Mit freundlichen Grüßen,

Lukas Mörchen und Sergio Schmidt

Stadträte für Junges Freiburg