Freiburgs Zukunft aktiv gestalten

Sergio Schmidt ist Stadtrat für Junges Freiburg in der JPG-Fraktion und Mitglied im Bauausschuss des Gemeinderats. Die folgende Rede hat er am 15. Januar 2019 auf einer Veranstaltung zum Bürgerentscheid Dietenbach gehalten.

Die Welt verändert sich. Menschen zieht es in die Städte. Geburtenraten steigen wieder. Wir können vor der Zukunft die Augen verschließen und so weiter machen wie gewohnt. Dann werden wir ein Spielball dieser Entwicklungen.

Oder wir nehmen unsere Zukunft selbst in die Hand! In dem wir sie aktiv gestalten. Wir als Stadt können den Herausforderungen dieser Zeit antworten. Mit einem innovativen, klimaneutralen und lebenswerten Stadtteil. Wer angesichts des realen Mietnotstands nicht handelt, wer vor dem akutesten Problem dieser Stadt die Augen verschließt ist ein Narr.

Meine Worte richten sich also an die Bürger Freiburgs, die erkennen, dass wir den steigenden Mietpreisen begegnen müssen und sie richten sich an die Bürger, denen es nicht nur um ihr eigenes Brötle geht, sondern die bereit sind auch etwas für die Menschen zu tun, die noch keine Wohnung in Freiburg gefunden haben und für die Menschen die ins Umland ziehen müssen, weil sie sich Freiburg nicht mehr leisten können.

Wohnen ja – aber warum im Dietenbach? Fragt ihr euch vielleicht. Warum auf Ackerflächen? Wir bauen nicht an dieser Stelle, weil wir Ackerland hassen und es mit Beton überziehen wollen. Wir bauen auf dieser Fläche, weil wir ganz sicher kein Naturschutzgebiet im Rieselfeld bebauen wollen, weil wir kein Wasserschutzgebiet in Ebnet bebauen wollen und weil wir keine Grünzäsur zwischen St. Georgen und Schallstadt bebauen wollen. Jedem Menschen, der versteht, dass wir einen neuen Stadtteil brauchen, um den Mietspiegel wieder in den Griff zu kriegen, muss klar sein das Dietenbach verglichen mit unseren Alternativen auch ökologisch die beste Alternative ist.

Es ist in Freiburg nicht möglich, günstiger Wohnraum zu schaffen als auf diesem Gebiet. Nachverdichtung und Dachausbau stoßen schnell an ihre Grenzen. Hier und da Gebäude nachträglich umzubauen ist immer teurer, als auf günstigem Grund neu zu bauen. Dazu muss man weder Bau- noch Finanzexperte sein. Mit dem Entwicklungsgebiet Dietenbach haben wir die Chance für die nächste Generation einen Wohnungsmarkt zu schaffen, der bezahlbar ist. Mit einem guten Siegerentwurf, einem stadtplanerischen Konzept, das von Vauban und Rieselfeld lernt, entsteht dort ein Stadtteil der alle soziale, ökologische und urbane Standards erfüllt und wie er so in keiner anderen Stadt Deutschlands entstehen würde.

Dieser Stadtteil ist kein Prestigeprojekt und dieser Stadtteil ist ganz sicher kein Monopolyspiel, wie es populistisch inszeniert wird. Dieser Stadtteil ist Lebensraum. Dieser Stadtteil ist Lebensraum für Freiburger. Und was ist elementarer für eine Stadt, als ihren Bürgern einen Ort zum Leben zu schaffen?